Granduke’s Birthday Meal

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In Luxemburg wird am kommenden 23ten Juni Grossherzogsgeburtstag gefeiert. Dieser Tag ist unser Nationalfeiertag in Luxemburg.Und genau aus diesem Anlass schreibe ich heute diesen Post. Ich habe mir ein Gericht ausgedacht, das zum Ersten nur aus luxemburgischen Produkten hergestellt wurde, und früher auch sehr oft zu Festen oder Familienfeiern gegessen wurde. Die Rede geht vom Prinz Orloff Braten, der aus Kalbfleisch, einer Béchamelsauce, Schinken und Käse bestand.

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Ich habe meine Version etwas mit luxemburgischen Produkten aufgepimpt. Mein Braten besteht aus Luxemburger Schweinefleisch, Luxemburger Senf, Luxemburger Kochkäse, und luxemburgischen geräuchertem , fein aufgeschnittenem Schweinenacken. Dazu gibt es leckere Gromperkichelcher, und wie ihr euch denken könnt, natürlich auch aus luxemburgischen Kartoffeln. Unsere nationalen Gromperkichelcher, gibt es auf jeder Kirmes oder Jahrmarkt zu kaufen. Auch der Schweinenacken der auf luxemburgisch „Judd“ heisst, ist gekocht und warm serviert mit dicken grünen Bohnen eines unserer Nationalgerichte: Judd mat Gardebounen. Dann gibt es noch Kniddelen, davon habe ich euch auch schon erzählt, das sind Mehlknödel. Ausserdem Traipen, das ist eine Art Blutwurst die gut gebraten wird. Dann gibt es auch noch die „Bouneschlupp mat Mettwurscht“ eine grüne Bohnen Suppe mit Kartoffeln in der die leckeren Mettwürste (leicht geräucherte Wurst) gekocht werden. Als Kinder gabs bei uns immer „Eisekuchen“ dazu, das sind süsse Waffeln die im Waffeleisen gebacken werden. Jetzt wo ich so am schreiben bin, dieses Rezept habe ich tatsächlich noch nicht auf meinem Blog. Muss ich nachholen.

Wie ihr aus meinen Erzählungen erkennen könnt, ist die luxemburgische Küche eine sehr einfache und eher ländliche, resp. Bauernküche. Das kommt daher, dass es früher sehr viele Bauern im Land gab. Und die Tiere die gezüchtet wurden, wurden zum Teil auch zu Selbstzwecken verbraucht. Fast jeder hatte einen Garten, wo Gemüse und Obst angepflanzt wurde. Man musste nicht unbedingt Bauer sein, und trotzdem hielt man sich ein paar Hühner, oder Kaninchen.

Die luxemburgische Küche könnte man sagen ist leicht französich angehaucht. Anfang des 19ten Jahrhunderts gingen viele junge Frauen nach Frankreich in den Dienst zu reichen Leuten um zu Arbeiten. Später dann, nach dem Krieg,  kamen unsere italienischen Mitbürger ins Land zum Arbeiten und zum Leben, danach die Portugiesen und später dann auch die Jugoslawischen Mitbürger, und und und…..Heute ist unsere Bevölkerung sehr Multikulti, was das Land lebendig macht, aber auch nicht immer einfach. Es gibt  so viele verschiedene  Nationalitäten in Luxemburg, dass ich sie hier nicht alle aufzählen kann.

Das wirkt sich natürlich auch auf unsere Küche aus, die mittlerweile sehr breit gefächert und international ist. Die luxemburgischen Spezialitäten sind etwas in den Hintergrund gerrückt, bei all der Internationalität. Zum einen aber auch weil es sehr deftige Gerichte sind. Allerdings gibt es immer wieder junge Köche, und junggebliebene die sich diesem Thema widmen, und die alten Gerichte wieder aufleben lassen, wenn auch mal in einer anderen Form, aber Hauptsache sie geraten nicht in Vergessenheit.

So, genug erzählt, jetzt aber zu meinem Rezept.

Das braucht ihr für 4 Personen:

Für das Fleisch:

1kg Schweinefilet (Mignon), Senf (mittelscharf) zum einreiben vom Fleisch

100g getr Schweinenacken (Judd) oder wenn ihr den nicht bekommt dann luftgetrockneter Schinken

Für die Kochkäsemischung:

120gr Kochkäse aus Luxemburg , Salz, Pfeffer, Muskat

300ml Milch, 45gr Butter, 45grMehl, 2 Eigelb

Wer keinen Kochkäse mag, kann auch sonst einen Lieblingskäse nehmen der etwas herzhaft ist und gut schmilzt. Dann braucht man allerdings  Milch Butter Mehl und Eier nicht!

Für die Gromperkichelcher:

8 mittelgrosse Kartoffeln , 2 ganze Eier, 2 kleine Zwiebeln (ebenfalls reiben), ungefähr 2Essl Mehl, Salz, Pfeffer, Muskat, und frisch gehackte Petersilie

Und so wirds gemacht:

Die Kochkäsemasse macht ihr am besten am Vortag und lasst sie über Nacht im Kühlschrank auskühlen. Ich habe sie am Tag selbst noch mal für eine Stunde in den Tiefkühler gelegt. So hat sie sich perfekt in schöne Scheiben schneiden lassen.

Butter in einem Topf schmelzen, dann das Mehl auf einmal dazu geben. Beständig rühren für 2-3 Minuten. Mit etwas Milch ablöschen, rühren bis der Teig die Milch aufgesogen hat und wieder Milch dazu. So wie bei einer klassichen Mehlschwitze.Die Masse vom Herd nehmen und etwas abkühlen lassen. Nun die beiden Eigelbe dazu geben, so wie den in kleine Würfel geschnittene Kochkäse. Alles gut verühren bis der Käse geschmolzen ist. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Fertig.

Ich habe die Masse auf einen Plastikfilm gegeben und zu einer Rolle zusammen gerollt. Die Enden wie bei einem Bonbon fest drehen. Nochmals in Alufolie wickeln fest zudrehen und im Kühlschrank auskühlen lassen. Vor Gebrauch eine Stunde in den Tiefkühler legen. Vor Gebrauch in Scheiben schneiden und zwischen das Fleisch und den Schweinenacken platzieren.

Das Filet salzen und pfeffern und mit Senf einreiben. In einer Pfanne von allen Seiten scharf anbraten, es darf ruhig im Innern noch etwas rosa sein, weil es nachher noch in den Ofen kommt. Ruhen lassen.

 

 

Eine grosse Pfanne erhitzen, reichlich Olivenöl hinein geben. Nun die Kartoffelmasse mit einem Esslöffel in die Pfanne geben und platt drücken. Die Menge macht jeder wie er mag. Ich mag meine Gromperkichelcher am liebsten wenn sie nicht zu dick, dafür schön knusprig sind. Man kann sie natürlich auch dicker machen und etwas länger dann braten. Auf einem Küchenkrepp abtropfen lassen. Man sie so gut vorbereiten. Und später im Backofen kurz aufwärmen. Am besten sind sie natürlich wenn sie frisch aus der Pfanne kommen.

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Nun das Fleisch in nicht zu dicke Scheiben schneiden. In eine feuerfeste Schüssel legen und zwischen jedes Stück Fleisch einmal 1 Scheibe Schweinenackken legen, dann 1 Scheibe Kochkäse. Und dann für 15 Minuten bei 180 Grad in den Ofen, bis der Käse schön geschmolzen ist. Ich habe die letzten 5 Minuten die Gromperkichelcher dazu gegeben um sie wieder zu erhitzen.

Dazu hatte ich frische grüne Bohnen mit gegrilltem Paprika gemacht.

So das ist mein Beitrag zum diesjährigen Nationalfeiertag in Luxemburg. Ich hoffe das Rezept gefällt den Luxemburgern im Land sowohl auch denen die fernab von der Heimat wohnen 😉 und mit diesm Post ein wenig an ihr  „Lëtzebuerg“ erinnert werden. Als NATÜRLICH auch allen anderen Freunden und treuen Lesern meines Blogs auf der ganzen Welt denen ich hoffentlich mein Heimatland durch diesen Post ein Stück näher bringen konnte.

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2 Comments

  1. Alex

    Ein stimmiges und auch deftiges Rezept, Malou. Aber eins wie ich es Liebe. Einen schönen Großherzogsgeburtstag wünsche ich euch. Feiert schön!
    LG Alex

    Gefällt mir

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