Bentheimer Schweine

Die herrliche Rasse der Bentheimer Schweine gibt es auch in Luxemburg/Wickrange. Artgerechte Haltung, glückliche Tiere und saftiges, schön marmoriertes Schweinefleisch.

Die junge Mara und ihr Lebensgefährte Ben, aus Wickrange in Luxemburg haben mich eingeladen, ihre Schweinezucht zu besuchen. Mara ist stolze Züchterin der schönen gefleckten Bentheimer Schweine. Das machte mich natürlich sehr neugierig, da ich das gute Fleisch der Bentheimer Schweine kenne und auch sehr schätze, allerdings nicht wusste, dass diese Tiere auch in Luxemburg gezüchtet und verkauft werden. Als ich auf dem Hof ankam, fühlte ich mich zurückversetzt in meine Kindheit. Ich bin auf einem Bauernhof groß geworden. Und ganz ehrlich als ich mit Mara in den Stall ging, und den Geruch einatmete, die vielen kleine Ferkel sah, waren all meine Erinnerungen wieder da…..Ein sehr schönes Gefühl.

Voller Stolz zeigt die junge Züchterin mir ihre Schweine. Es gibt einen Eber, ein gewaltiger Kerl, der seine natürlichen Stoßzähne noch hat, so wie die Natur es vorgibt, 4 Muttertiere und zur Zeit 28 Ferkel, so wie 6 Mastschweine die letztes Jahr zur Welt kamen. Alle haben sie ihre schönen Ringelschwänze , was in vielen grossen Mastbetrieben nicht unbedingt der Fall ist, und die Tiere dort kupiert werden. Dann gibt es auf dem Hof weiter noch über 100 Limousin Mutterkühe, wunderschöne Tiere! Ebenfalls lebt auf dem Bauernhof noch eine Herde Schwarzkopfschafe. Die Herde hatte vier Tage vor meinem Besuch Zuwachs von einem süßen schwarzen Lämmchen bekommen. Auch bei den Kühen gab es kleine Kälber. Eines hatte sich aus seinem Stall befreit und lief frei herum und neckte uns.

Mara allerdings ist ziemlich traurig, daß ihre Lieblinge, die Bentheimer Schweine,im Augenblick ihr Dasein im Stall fristen müssen, gezwungener Weise, wegen der afrikanischen Schweinepest, die zur Zeit in Europa ihr Unwesen treibt. In Luxemburg gibt es noch keinen einzigen Fall von Schweinepest. Und das soll auch so bleiben. Normalerweise sind die Schweine auf der Weide. Sie haben viel Auslauf, eine grosse Wasserlake in der sie sich suhlen können, herrliche kleine „Iglu’s“ in denen sie Schutz vor Wind und Wetter finden. Mara hat mir das alles gezeigt und man merkte ihr an, daß sie richtig unglücklich über die Situation ist, und auch Angst um ihre Schweine hat.

Die Bentheimer Rasse ist eine alte deutsche Schweinerasse. Die Schweinezucht lag in den 30iger Jahren hauptsächlich bei den Frauen auf dem Bauernhof. (Scheint ja heute auch noch so zu sein:)) ) Diese entwickelten schnell eine Vorliebe für die schönen bunten Farben der Ferkel . Ihre hohe Widerstandsfähigkeit gegen Witterungseinflüße und die wirtschaftliche Eigenschaft, daß die Schweine mit Küchenabfällen gefüttert werden konnten, sorgte für eine weite Verbreitung der bunten Bentheimer. Allerdings wurden die bunten Schweine erst 1955 offiziell als Rasse anerkannt. Doch nur wenige Jahre später verschwanden sie , wie viele andere fettreiche Rassen, im Zuge des Trends zur leichten Kost. So kam es daß die Bentheimer Schweinerasse in den 80iger Jahren fast ausgestorben war. Sie wurde durch einen einzigen Züchter in Bentheim, dem Landwirt Gerhard Schulte Bernd erhalten. Heute findet man die Rasse wieder, aber eher bei Hobbyzüchtern, wie bei der lieben Mara aus Wickrange in Luxemburg, die mit ihrem Lebensgefährten Ben und ihren Schwiegereltern den Hof mit sehr viel Herzblut betreibt. Sie ist zuständig für Schweine und Schafe, und Ben kümmert sich um die Zucht der Limousin’s

Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit bei all den Leuten bedanken, die heute mit sehr viel Engagement und Herz sich für ihre Vision einsetzen, damit wir eine gute Qualität an Fleisch auf dem Teller haben können. Ich bin kein Vegetarier, aber ich bin seit einiger Zeit zu der Überzeugung gekommen, nicht jeden Tag ein Stück Fleisch auf dem Teller haben zu müssen, aber wenn ich Fleisch esse, möchte ich ein gutes Stück Fleisch geniessen, das nicht unbedingt aus weiter Ferne auf meinem Tisch landet. Zudem möchte ich wissen, wie es aufgewachsen und gefüttert wurde. Das ist einfach wichtig für mich und sollte es für jeden sein. Unterstützt die Produkteure in eurer nahen Umgebung. Da gibt es Transparenz, keine weiten Transportwege und wunderbare Ware. Mit diesem Artikel will ich meine Leser dazu anregen sich ein paar Gedanken zu machen über das, was sie alltäglich essen.

Durch den Einsatz von vielen engagierten Bauern und Jungbauern, die sich für eine artgerechte Haltung ihrer Tiere einsetzen, gutes Futter zur Verfügung stellen und ihre Tiere in einem natürliche Lebensraum aufwachsen lassen, haben wir die Möglichkeit uns gesund zu ernähren und eine wunderbare Ware auf dem Teller zu haben. Auch wenn dieses Fleisch vielleicht etwas teurer ist als das Fleisch im Supermarkt, dann hat das ganz klar seinen Grund. Ich sage nur Herkunft, Rasse, Aufzucht, Fütterung…All das könnt ihr euch im Nachbarsbetrieb ansehen, und zudem auch sehen wieviel Arbeit, Liebe, Fleiss und auch Angst darin steckt. Wogegen wenn ihr euer Steak im Kühlregal eines grossen Discounter’s kauft, habt ihr diese Informationen ganz sicher nicht, bis vielleicht auf die Herkunft. Darum denkt darüber nach und Augen auf beim Kauf


Ich habe euch zu meinem Bericht natürlich auch ein Rezept für ein Bentheimer Nackensteak mitgebracht. Ich entschied mich für eine Niedrigtemperatur Garmethode, da die Tiere in einer natürlichen Umgebung mit viel Ruhe und ohne Stress aufgewachsen sind, sollten sie auch im Nachhinein auf eine gechillte Art und Weise zubereitet werden. Laßt euch überraschen.

Das Rezept findet ihr demnächst auf meinem Blog.


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