Pâté vom Schwein

Kindheitserinnerungen

Mein erster Beitrag für das neue Jahr und es ist einer der mir sehr am Herzen liegt. Er erweckt Kindheitserinnerungen. Ich bin als Kind in einem Mehrgenerationenhaushalt aufgewachsen, und meine Grosseltern hatten einen Bauernhof. Natürlich wurden die ganzen Tiere, die dort aufwuchsen auch geschlachtet und verwertet, und zwar ganz, das war früher die normalste Sache der Welt. Heute heisst das ja „From Nose to Tail“ und wir versuchen den Leuten auch die weniger attraktiven Fleischstücke, so wie Innereien wieder schmackhaft zu machen. Was allerdings in unserer heutigen Konsumgesellschaft gar nicht einfach ist.

Jedenfalls gibt es bei meinen Geschwistern und mir auch heute noch glänzende Augen und ein grosses Lächeln im Gesicht, wenn meine Mutter Paté macht. Deshalb fand ich war es an der Zeit, dass auch dieses alte Familienrezept auf meine Blog kommt, damit es nicht in Vergessenheit gerät.

Ich hoffe ihr probiert es aus. Dass es schmecken wird, davon bin ich überzeugt.

Das braucht ihr:

3 kg Schweinespeck, frisch nicht getrocknet und und nicht geräuchert

1 kg Schweineleber

2Eier

1 Bund Petersilie

1 grosse Zwiebel + 1 Schalotte, in grobe Stücke schneiden

1 Brantweinglas Cognac oder Weisswein

6 gr Salz auf 500gr Fleisch, das ist die Faustregel

Wir haben also 36 Gramm SALZ auf unsere Masse gegeben.

Pfeffer und frisch gemahlene Muskatnuss, die habe ich leider nicht abgewogen.

Und so wird’s gemacht:

Den Schweinespeck habe ich mir beim Metzger schon fertig gemahlen bestellt. Diesen Arbeitsgang können sie sich zu Hause ersparen. Die Leber in grobe Stücke schneiden, und in einer heissen Pfanne mit etwas Olivenöl anbraten. Nur ganz kurz, eigentlich geht es darum, dass die Leber nicht mehr roh ist. Dadurch hat sie einen milderen Geschmack. Danach die Zwiebeln mit der Schalotte glasig anbraten. Die warmen Zutaten, Leber und Zwiebeln, etwas abkühlen lassen und durch die feine Scheibe des Fleischwolfes geben. Danach wird das ganze Fleisch zusammen in eine grosse Schüssel getan. Es kommen die fein gehackte Petersilie so wie 2 ganzen Eier dazu. Ebenfalls gibt man die Gewürze, so wie den Cognac dazu. Nun alles mit den Händen gut durchmischen. Nun geht’s ans abschmecken. Ich habe mir dafür einen Esslöffel von der Masse in einer kleinen Pfanne angebraten. So kann ich die Masse besser abschmecken, als wenn die Masse roh ist. Geben sie ruhig genug Muskatnuss dazu, das ergibt einen guten Geschmack.

Jetzt kommt unser Fleischpâté in die dafür vorgesehenen Gefässe. Das können schöne Töpfe mit Deckel, z.b. aus dem Elsass sein oder eine Lieblingsschüssel oder aber auch ganz unromantisch stinknormale Aluschalen. Die Schüsseln werden mit geräucherten Speckscheiben, die dünn geschnitten sind ausgelegt. Die Masse wird auf die Schüsseln verteilt. (Bei uns waren es 5 Stück) Allerdings was ganz wichtig ist!! die Fleischmasse muss sehr kräftig in die Schüssel „gehauen“ werden. So als hätte man eine grosse Wut im Bauch, sagte meine Mutter mir. Wenn dem nicht so ist, hat man nach dem Backen „Löcher“ in der Fleischmasse, so als wäre diese gerissen und man kann keine schönen Scheiben schneiden, ohne dass sie brechen. Also nicht vergessen ! Für den Abschluss werden auch noch einmal obendrauf Speckscheiben gelegt um die Fleischpâté zu bedecken.

Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Die Fleischpâté für eine Stunde, mit Alufolie zugedeckt, in den Backofen geben. Nach einer Stunde die Alufolie entfernen und nochmals 10 Minuten auf 200 Grad im Backofen stehen lassen, bis unsere Fleischpâté an der Oberfläche etwas knusprig wird und Farbe annimmt.

Da allerdings alle Backöfen mehr oder weniger gut heizen, gibt es noch ein Trick um zu sehen ob die Paté durchgegart ist. Man kann nach +/- 50Minuten mit einem Messer in die Masse piiksen, dann auf die Masse mit dem Messerrücken drücken, wenn dann noch Blut an die Oberfläche kommt muss die Masse noch etwas stehen bleiben. Ansonsten wenn die Flüssigkeit klar ist, kann die Alufolie entfernt werden, und unsere Paté nur noch knusprig gebraten werden.

Viel Spass beim Nachmachen und beim Essen.

Vielen Dank an meine Mutter für das gute Rezept.

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